02.04.2019

Mutig sein? Schütteln, lernen, weitermachen!

Regionalforum des Diözesanverbandes zum 160-Jährigen in Saerbeck mit Bundesministerin Anja Karliczek und Susanne Deusch (BDJK)



Sind wir als Christen zu leise? Bräuchten wir mehr Mut, um Gesellschaft mitzugestalten? Wie steht’s mit Europa, wie mit der Wertschätzung bei vielen unserer Lebensbereiche?

Aus Anlass des 160-jährigen Bestehens des Kolpingwerkes im Bistum Münster hatte der Diözesanverband die Bundesministerin für Bildung und Forschung, Anja Karliczek, und Susanne Deusch, beim Bund der Deutschen Katholischen Jugend (BDKJ) Geistliche Leiterin für die Diözese Münster, nach Saerbeck eingeladen.

Gemeinsam mit Kolping-Mandatsträgern aus Kolping, Politik oder Selbstverwaltung im Kreisverband Steinfurt wurde zum übergreifenden Thema „Christliches Engagement in Kirche und Gesellschaft“ diskutiert. Diözesanvorsitzender Harold Ries hieß die etwa 50 Anwesenden in der lockeren Atmosphäre des rustikalen Saerbecker Bürgerhauses willkommen.

Nach einem Impulsreferat durch Bundesministerin Karliczek ergaben sich interessante Dialoge rund um Bildung und Politik, dem Themenkomplex des Abends. Er wurde durch Sonja Wilmer-Kausch (Verbandsreferentin im Kolpingwerk) und Uwe Slüter (Geschäftsführer des Kolpingwerkes) moderiert.

Eine Fürsprecherin für Kinder und Jugendliche ist Diplom-Religionspädagogin Susanne Deusch. Sie wurde Anfang März zum dritten Mal in das Amt der Geistlichen Leiterin des BDKJ gewählt. Der Dachverband der elf katholischen Jugendverbände im Bistum Münster sieht sich als Interessenvertretung der Kinder und Jugendlichen bei Politik, Kirche und Gesellschaft. „Wir sollten auf die Jugendverbände schauen“, so Deusch. „Hier wird fairer Umgang in politischen Diskussionen gelernt und gelebt.“

Fairness vorleben


Den fairen Umgang miteinander propagierte auch Ministerin Karliczek auf die Frage ob wir als Christen zu leise sind in der Gesellschaft. „Wir bringen uns immer wieder ein, müssten aber für unsere Werte lauter werden, um bei den vielen Einflüssen unserer Zeit gehört zu werden.“ Wichtig ist ihr, „den fairen und respektvollen Umgang miteinander vorzuleben und beizubehalten“.
Das gelte gleichwohl für die Politiker: „Die Wortwahl wird parteiübergreifend schärfer und die Kompromissbereitschaft fällt ab. Wir sollten in der politischen Diskussion wieder so miteinander umgehen, dass man auch anschließend ein Bier miteinander trinken kann.“

Einig waren sich beide Diskutanten, dass man achtsam auf mehr Wertschätzung gegenüber Ehrenamtliche sein müsse, auch in der Kommunikation und dem Umgang miteinander, „egal ob in der Kommunalpolitik und in Vereinen“.

Braucht es mehr Mut?


Sowohl im gesellschaftlichen Miteinander als auch in der Politik klar Stellung zu beziehen stünde diesem Ansinnen Adolph Kolpings gemäß allen Akteuren gut zu Gesicht. Susanne Deusch appellierte, beispielsweise den Mut zu haben, Schüler_innen in ihrem Umfeld Schule als Experten ihrer Lebenswelt wahrzunehmen. Das gelte auch in Fragen der Digitalisierung. „Hier können Lehrer partnerschaftlich mit ihren Schülern die für unsere Zukunft so immens wichtige Thematik erarbeiten.“ Gut findet sie, dass die Kolpingjugend die 35 Stunden Woche für Schüler_innen mit zwei freien Nachmittagen fordert. Deusch: „Kindern müssen wir mehr Freiraum geben. Innerhalb und außerhalb der Schule sollten Kinder Freizeit haben, die sie selbstbestimmt gestalten und in der sie non- und informelle Bildungsangebote wahrnehmen können.“

Anja Karliczek spricht eine in der Politik eher weniger vorkommende Eigenschaft an: „Wir brauchen auf jeden Fall den Mut zum Scheitern. Dann heißt es schütteln, daraus lernen, weitermachen.“ Hierfür bedürfe es des Rückhaltes im politischen Umfeld, in Gesellschaft und Medien. „Wir wollen häufig alles zu perfekt machen und trauen uns dann vieles nicht zu.“



Text: Daniel Fissenewert / Rita Kleinschneider

Regionalpolitisches Forum Saerbeck

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Das nächste Regionalforum ist am 17. Juni in Oelde (Kreisverband Warendorf) mit dem Bundestagsabgeordneten Reinhold Sendker.

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