Auf den Spuren der deportierten jüdischen Nachbarn – Erkundungen in und um Riga

Gemeinsam mit dem Historiker Matthias M. Ester M.A. vom Geschichts-Kontor Münster macht sich der Volksbund Deutsche Kriegsgräberfürsorge e.V. schon zum vierten Mal auf den Weg in die lettische Hauptstadt Riga.

Als Initiator des Deutschen Riga-Komitees (www.riga-komitee.de) lädt der Volksbund politisch-historisch interessierte Menschen ein, sich auf eine besondere Spurensuche nach den ca. 25.000 Menschen jüdischen Glaubens zu machen, die im Winter 1941/42 aus ihrer Heimat, dem ehemaligen Deutschen Reich, deportiert und in überwiegender Zahl im Wald von Bikernieki ermordet wurden. Von einem Rundgang durch das ehemalige Ghetto, über einen Besuch des jüdischen Museums und einem Zeitzeugengespräch mit einem Überlebenden der Shoa bis hin zu der von Volksbund und Riga-Komitee errichteten Gräber- und Gedenkstätte im Wald von Bikernieki wird der Historiker die Teilnehmenden auf eindrucksvollen Wegen durch Riga begleiten.

Das Schicksal der lettischen Juden in Riga - sie wurden von der deutschen Besatzungsmacht ermordet, um den ankommenden deutschen „Reichsjuden“ im Ghetto Platz zu machen - wird ebenfalls berücksichtigt. Nicht zuletzt werden auch die Fragen nach Tätern und Opfern, nach Widerstand und Kollaboration aufgeworfen. Die Erkundungen richten sich zugleich auf die vielfältigen Manifestationen der Erinnerungskulturen vor Ort.

 Und somit geht es während der Riga-Reise auch um die sowjetische Besatzungszeit in Lettland und um die Wiedererlangung der nationalen Souveränität und die europäische Integration. Darüber hinaus werden die Teilnehmenden natürlich die touristischen Highlights der Stadt, die Altstadt, das Jugendstil-Viertel, den Dom und die Markthallen erleben können.

Die Riga-Studienreise ist vor allem für westfälische und rheinländische Städte interessant, da sich mit Bielefeld, Dortmund, Düsseldorf, Köln, Münster, Bocholt, Steinfurt, Warendorf, Paderborn, Billerbeck, Vreden, Coesfeld, Bochum, Gelsenkirchen, Recklinghausen, Gütersloh, Haltern, Marl, Viersen, Herford, Moers, Bünde, Stadtlohn, Dülmen, Ahlen, Drensteinfurt, Werne, Gescher, Krefeld, Rheine, Telgte, Herten, Ahaus, Oberhausen, Mönchengladbach, Leverkusen, Borken und Südlohn bereits 38 Städte aus NRW dem Deutschen Riga-Komitee angeschlossen haben.

Am 27. Januar 2019 wird mit Bottrop die 39. Mitgliedsstadt aus NRW dem Deutschen Riga-Komitee beitreten. Sie ist dann die 60. Mitgliedsstadt insgesamt (deutschlandweit). 

 

Reiseprogramm

Tag 1

Sonntag, 14. Juli 2019

Check-in am Flughafen Düsseldorf.
Flug mit der Air Baltic (BT 236) nach Riga.
Begrüßung durch die örtliche Reiseleitung und Fahrt zum Hotel. Check-in / Zimmerbezug.

Anschließend Treffen zu einer Vorstellungsrunde und Besprechung des Reiseprogramms im Konferenzraum des Hotels.

Abendessen im Hotelrestaurant.

 
Tag 2

Montag, 15. Juli 2019

Beginn einer Führung durch die südliche Altstadt, die an der Daugava und dem Denkmal der Roten Lettischen Schützen beginnt. Weitere Punkte sind u. a. das Schwarzhäupterhaus und das Rathaus. Zum Abschluss genießen Sie die Aussicht vom Turmplateau der Petrikirche.

Besuch der Synagoge Peitav Shul, die 1905 eröffnet wurde und zu den Perlen des Jugendstils in Riga gehört. Die Synagoge überstand die Zeit des nationalsozialistischen Terrors nur, weil die Besatzer ein Übergreifen der Flammen auf die Nachbargebäude befürchteten. Mit ca. 10.000 Mitgliedern besitzt Riga heute die größte jüdische Gemeinde im Baltikum. Die Synagoge wird von orthodoxen Juden als Gemeindezentrum genutzt. Sie werden von einem Vertreter der Gemeinde zu einem Gedankenaustausch erwartet.

Einladung zu einem landestypischen Imbiss in der Altstadt.

Besichtigung des Lettischen Okkupationsmuseums, das 1993 gegründet wurde. Das Museum erinnert an die beiden Besatzungszeiten Lettlands unter nationalsozialistischer und sowjetischer Herrschaft. Die insgesamt 51 Jahre der Unfreiheit bedeuteten u.a. die Verbannung von Regimegegnern in Zwangsarbeitslager, die Verfolgung und Ermordung von Juden, aber auch Widerstand gegen Nazis und Stalinisten sowie Kollaboration mit den Machthabern. Das Museum spiegelt somit den Kampf um die nationalstaatliche Unabhängigkeit Lettlands wider.

Das Museum befindet sich zurzeit in einer Renovierungsphase. Falls es zur Reisezeit noch nicht geöffnet ist, wird alternativ die Dauerausstellung am Raiņa bulvāris 7 besucht.

Fortsetzung der Führung durch das Zentrum, die Sie in die nördliche Altstadt führt, wo Sie den Dom besichtigen (Innenbesichtigung). Der Rundgang führt zum Schloss, Schwedentor und zur Saeima (Parlament) und endet auf dem Livenplatz.

Abendessen im Hotelrestaurant.

Bei einer Holzboot-Fahrt auf dem Stadtkanal und der Daugava lernen Sie Riga von einer ganz anderen Seite kennen.
(Dauer ca. 1 Std.).


 
 
Tag 3

Dienstag, 16. Juli 2019

Orientierende Rundfahrt durch die Neustadt östlich des Boulevardrings, die durch die Modernisierung und Expansion Rigas ab Mitte des 19. Jahrhunderts geprägt wurde. Im Rahmen der Rundfahrt erkunden Sie ebenfalls das Jugendstilviertel.

Besuch der ehemaligen KGB-Zentrale (Ecke Brīvības iela / Stabu iela), Sie werden zu einer Führung durch das Haus und die Ausstellung erwartet.

Abfahrt zum Museum „Juden in Lettland“, das im Jahr 1989 als Museum und Dokumentationszentrum gegründet wurde. Die Gründer waren eine Gruppe Überlebender des Holocaust unter Leitung von Marģers Vestermanis. Seit 2002 dokumentieren Ausstellungen in drei Sälen die Geschichte der Juden in Lettland von den Anfängen bis in das Jahr 1945. Seit 2006 gibt es eine Ausstellung, die über die Menschen berichtet, die ihr Leben für die Rettung von Juden riskiert haben.

Treffen mit dem Zeitzeugen und Historiker Marģers Vestermanis und dem Direktor Ilya Lensky. Nach dem Vortrag von Herrn Vestermanis besteht Gelegenheit zur Diskussion. (Vorbehaltlich der Gesundheit von Herrn Vestermanis.)

Fahrt in die Moskauer Vorstadt und ausgedehnter Rundgang durch das Arbeiterviertel, in dem sich in der Nazi-Zeit das Ghetto von Riga befand. Hier waren von 1941 bis 1944 lettische und deutsche Juden interniert. Sie besichtigen das Shoah-Denkmal, das sich in den Ruinen der Großen Choralsynagoge in der Gogoļa iela befindet, und besuchen den alten jüdischen Friedhof, der an der südöstlichen Ecke des ehemaligen Ghettos liegt.

Abendessen im Hotelrestaurant.

 
Tag 4

Mittwoch, 17. Juli 2019

Fahrt in den Wald von Biķernieki, der sich ca. 10 km östlich vom Stadtgebiet entfernt befindet. Sie erkunden die Gräber- und Gedenkstätte, die 2001, 60 Jahre nach dem Beginn der Deportationen aus Deutschland, errichtet worden ist und die an die Opfer des Nazi-Terrors erinnert. 55 größere und kleinere Massengräber umfasst die Gedenkstätte. Forscher gehen davon aus, dass hier vom Sommer 1941 bis Herbst 1944 ca. 35.000 Menschen, vor allem deutsche und lettische Juden sowie sowjetische Kriegsgefangene und einheimische Widerstandskämpfer, ermordet worden sind. Zum Abschluss des Besuchs wird der Bürger jüdischer Konfession gedacht, die hier erschossen und verscharrt worden sind.

Weiterfahrt zum Bahnhof Šķirotava. Hier kamen die 25 Deportationszüge aus dem „Großdeutschen Reich“ an – und hier begannen auch die Transportzüge in den stalinistischen Gulag.

Fahrt zu den Überresten des behelfsmäßigen Lagers „Gut Jungfernhof“ an der Daugava, verbunden mit Informationen zu den Konzentrationslagern in Riga.

Weiterfahrt nach Salaspils, das sich rund 20 km südöstlich von Riga befindet, wo Sie das Gelände des ehemaligen Konzentrationslagers und die aus der Sowjetzeit stammende Gedenkstätte besuchen. Das „Polizeigefängnis und Arbeitserziehungslager Kurtenhof“ wurde im Winter 1941/1942 von den deportierten jüdischen Männern unter qualvollen Arbeitsbedingungen errichtet. Im Baltikum galt Salaspils von 1942 bis 1944 als das größte Lager für politische Gefangene aus Lettland sowie für sowjetische Kriegsgefangene.

Fahrt zur Shoah-Gedenkstätte Rumbula. In dem kleinen Wald nahe der Bahnstation wurden allein am „Blutsonntag“ (30.11.1941) und am folgenden Wochenende 25.000 Menschen ermordet. Es waren lettische Juden, die zuvor den Platz im Ghetto für die ankommenden deutschen Juden freimachen mussten.

Abendessen im Hotelrestaurant.

 
Tag 5

Donnerstag, 18. Juli 2019

Der Vormittag steht zur freien Verfügung.

Spaziergang zum Zentralmarkt Riga, dessen Markthallen in den dreißiger Jahren des letzten Jahrhunderts als die modernsten Hallen der Welt galten. Heute sind die Hallen der perfekte Ort, um das quirlige Treiben zu erleben und lettische Spezialitäten zu kosten (kleine Verkostung inkl.).
Fahrt zum sowjetischen Siegesdenkmal (kurzer Stopp) und anschließender Besuch des Žanis Lipke Memorial auf der Flussinsel Kipsala, das 2012 eröffnet wurde. Der Hafenarbeiter Lipke und seine Familie retteten in der nationalsozialistischen Besatzungszeit ca. 50 Juden vor der Verfolgung und Ermordung.

Treffen im Konferenzraum des Hotels zu einem Informationsvortrag und einer Diskussion mit Herrn Prof. Dr. Deniss Hanovs (Stradiņš Universität Riga), ehemaliger Referent des lettischen Integrationsministers, zum multikulturellen Dialog und zur Lage der russischen Minderheit in Lettland.

Abschlussgespräch der Reiseteilnehmer/-innen und Reiseleitung in einem Konferenzraum des Hotels.

Abschiedsabendessen im Restaurant Kalku Varti, das sich in der Altstadt befindet. Die Küche des Hauses ist ein Wegbereiter eines modernen, zeitgenössischen lettischen Kochstils, der naturbelassene Zutaten verwendet.

 
Tag 6

Freitag, 19. Juli 2019

Bustransfer zum Flughafen - Check-in am Schalter der Air Baltic.

Abflug mit der Air Baltic (BT 235) nach Düsseldorf.

Änderungen der zeitlichen Abfolge sowie der Flugzeiten vorbehalten

 
 

Unterkunft

Hotel Avalon (Landeskategorie: ****)www.hotelavalon.eu

 

Das Hotel Avalon befindet sich in der Altstadt von Riga, ca. 500 m vom Dom und vom Opernhaus entfernt. Die wichtigsten Sehens-würdigkeiten des historischen Zentrums, wie z.B. das Gildehaus der Schwarzhäupter und das Rathaus, können in wenigen Gehminuten erreicht werden. Für Gesundheit, Wohlbefinden und Entspannung sorgen das Spa & Wellness-Center, Massage-Anwendungen und ein Schönheitssalon. In der Lobbybar können Sie im stilvollen Ambiente Drinks, Cocktails und leckere Snacks genießen. Das Hotel bietet seinen Gästen WLAN-Internet-Zugang im ganzen Haus. Im Hotel Avalon gibt es insgesamt 111 Zimmer und Suiten, die elegant und komfortabel in hellen Farben und mit Holzmöbeln eingerichtet sind. Alle Zimmer sind mit Föhn, Flachbild-Kabel-TV, WLAN-Internet-Zugang, Minibar, Schreibtisch und Safe ausgestattet. 

 
 
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Leistungspaket

  • Flug mit der Air Baltic nach Riga ab/bis Düsseldorf inkl. Flughafensteuern, Sicherheitsgebühren, Kerosinzuschlägen und einem aufzugebenden Gepäckstück bis 20 kg
  • Bustransfer Flughafen Riga – Hotel – Flughafen Riga
  • Alle Bustransfers zu den Besichtigungen lt. Programm
  • Übernachtung inkl. Frühstücksbuffet
  • Abendessen im Hotelrestaurant
  • Abendessen im Restaurant „Kalku Varti“
  • Kleiner Imbiss in einem Restaurant in der Altstadt
  • Geführter Rundgang durch die südliche Altstadt inkl. Auffahrt auf den Turm der Petrikirche
  • Geführter Spaziergang durch die nördliche Altstadt mit einer kurzen Führung durch den Dom
  • Besuch der Synagoge Peitav Shul inkl. Führung bzw. Ge-spräch mit einem Vertreter der orthodoxen Gemeinde
  • Führung durch das Lettische Okkupationsmuseum
  • Abendliche Holzbootfahrt (Dauer ca. 1 Stunde)
  • Besuch des Museums „Juden in Lettland“ inkl. Vortrag
  • Geführter Rundgang in der Moskauer Vorstadt mit Besuch des Shoah-Denkmals und des jüdischen Friedhofes
  • Geführte Besichtigung und eingehende Erkundung der Ge-denkstätten von Biķernieki, Šķirotava, „Gut Jungfernhof“, Salaspils und Rumbula
  • Rundgang durch die Markthallen mit kleiner Verkostung
  • Besichtigung des Žanis Lipke Memorial
  • Informationsvortrag mit Herrn Prof. Dr. Deniss Hanovs
  • Rundfahrt durch die Neustadt östlich des Boulevardrings und durch das Jugendstilviertel
  • Führung durch die ehemalige KGB-Zentrale
  • Örtliche Guides für die Stadtbesichtigungen
  • Gesamtreiseleitung sowie Führungen durch die Gedenk-stätten durch den Historiker Matthias M. Ester M. A. (Geschichts-Kontor Münster)
  • Reiserücktrittskosten-Versicherung auf Gruppenbasis (Selbstbehalt: 20% / mind. € 25,-)
  • Insolvenzschutz-Versicherung (Sicherungsschein)

Reisepreis

Preis pro Person:
Im Doppelzimmer
1.129,-- €
 
Einzelzimmerzuschlag
250,-- €
 

Mindestteilnehmerzahl:
22
 
 

Optionale Leistungen

Nicht eingeschlossen:
Eintrittsgelder, die nicht im Leistungspaket aufgeführt sind und weitere Leistungen, wie z.B. Getränke zu den Mahlzeiten sowie Trinkgelder
 

 
 

Reiseveranstalter

GWK mbH – Kolping-Reisedienst in Kooperation mit dem Kolping-Bildungswerk im Diözesanverband Münster GmbH

Gerlever Weg 1 – 48653 Coesfeld
Tel: 02541/803-419 / Fax: 02541/803-414
WEB: www.kolping-reisedienst.de



Bildrechte:
©: Birgit Drepper-Zöpfgen, ©: Dirk Hartleb, ©: DMC VIA Baltic.Ltd.,
©: Volksbund Deutsche Kriegsgräberfürsorge, ©: Hotel Avalon (3 Bilder)


E-Mail: eissing@kolping-ms.de

Reiseprospekt

 
 


 

Anschrift

Kolpingwerk Diözesanverband Münster e.V.
Gerlever Weg 1
D-48653 Coesfeld

Kontakt

Telefon: 02541 / 803-01
Telefax: 02541 / 803-414
E-Mail: info@kolping-ms.de

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