14.07.2026

Neues aus dem Vorstand im Juli 2026

Trotz sinkender Erlöse am Ball bleiben!

 
 

Zukunft der Gebrauchtkleidersammlungen durch KOLPING

Viele Kolpingsfamilien in unserem Diözesanverband engagieren sich seit Jahrzehnten mit großem Herzblut in der Sammlung und Weitergabe von Kleidung – ob über Altkleidercontainer, Straßensammlungen, Bring- und Holsysteme oder Tauschbörsen. Aus den Verkaufserlösen wurde über Generationen hinweg wichtige gemeinnützige Arbeit vor Ort finanziert. Doch dieses bewährte System steht vor massiven Herausforderungen.

Der weltweite Textilmarkt hat sich drastisch verändert. Immer mehr Kleidung wird in schlechter, oft chemisch belasteter Qualität produziert und in hohem Tempo gehandelt. Die Folge: Kleidungsstücke werden immer kürzer getragen und landen viel zu schnell im Müll.

Deutschland hält hierbei weltweit die höchste Kleidungskaufquote pro Einwohner*in. Das spiegelt sich auch in den Containern wider: Die Sammelmenge an Altkleidern hat sich in den letzten 25 Jahren hierzulande verdreifacht. Diese enorme Schwemme hat die Preise für Gebrauchtkleidung in den Keller getrieben. Die verlässliche Finanzierung der ehrenamtlichen Arbeit über den Kleiderverkauf wird dadurch zunehmend schwieriger.

Dabei leisten die Kolpingsfamilien einen unschätzbaren Dienst für die Allgemeinheit: Da die Kommunen gesetzlich verpflichtet sind, sich um die Abfallentsorgung zu kümmern, entlastet das kolpingeigene Engagement die Städte und Gemeinden direkt. Einige Kommunen haben dies bereits erkannt und unterstützen gemeinnützige Sammler für diese Dienstleistung finanziell oder durch andere Erleichterungen.

Auch die Europäische Union macht Druck und fordert von den Mitgliedsländern gesetzliche Maßnahmen für einen nachhaltigeren Konsum und eine längere Nutzung von Textilien. Ziel ist es, dass Verbraucher wieder hochwertigere, fair hergestellte Kleidung kaufen und diese am Ende bewusst spenden oder sinnvoll entsorgen.

Sollte in Deutschland ein neues Textilgesetz verabschiedet werden, das eine sogenannte erweiterte Herstellerverantwortung einführt, müssen die Produzenten an den Kosten beteiligt werden. Der Verband fordert hierbei nachdrücklich, dass in einem solchen Gesetz auch gemeinnützige Sammler finanziell unterstützt und gestärkt werden müssen.

Haltet trotz sinkender Erlöse an eurer Sammeltätigkeit fest!

Der Diözesanvorstand dankt allen sammelnden Kolpingsfamilien ausdrücklich für ihren unermüdlichen Einsatz. Gleichzeitig verbindet der Vorstand diesen Dank mit einer dringenden Bitte:

Haltet trotz sinkender Erlöse an eurer Sammeltätigkeit fest!

Nur wenn Kolping als starker, aktiver Akteur auf dem Sammelmarkt sichtbar bleibt, können wir sicherstellen, dass unsere Interessen und das jahrzehntelange Engagement des Ehrenamts im anstehenden Gesetzgebungsverfahren angemessen berücksichtigt werden

Doris Büning, Diözesanvorsitzende

In diesem Video wird ausführlich die EU-Textilstrategie und ihre Bedeutung für die Bürger erläutert: Youtube

 

Sozialabbau stoppen

 
 

Kolpingwerk DV Münster unterstützt ACA-Kritik an den Reformplänen der Bundesregierung

Das Kolpingwerk Diözesanverband Münster bezieht gemeinsam mit der Arbeitsgemeinschaft Christlicher Arbeitnehmer-Organisationen (ACA) klar Stellung gegen die aktuellen Pläne der Bundesregierung zur Reform der Sozialversicherung. In einer aktuellen Stellungnahme warnt die ACA eindringlich vor einem drohenden Sozialabbau, der die Versicherten einseitig belastet und das Vertrauen in die Verlässlichkeit unseres Sozialsystems massiv gefährdet. Unser Diözesanverband unterstützt diese Kritik vollumfänglich.

Die ACA bezeichnet die geplanten Kürzungen bei den Bundeszuschüssen für die Renten-, Kranken- und Pflegeversicherung als unsozial und kurzsichtig. Das Kolpingwerk teilt diese Einschätzung: Die Sozialversicherung darf nicht als „Verschiebebahnhof“ missbraucht werden, um Haushaltslöcher und Finanznöte des Bundes auszugleichen.

Besonders drastisch zeigt sich dies bei der Finanzierung gesamtgesellschaftlicher Aufgaben:

Vier Milliarden Euro Zusatzbelastung: Die Mehrausgaben für den Leistungsausbau bei der Mütterrente sollen nach den Plänen der Regierung künftig nicht mehr aus Steuermitteln bezahlt werden. Dies bürdet den Beitragszahlenden eine zusätzliche Milliardenlast auf.

Unsere Forderung: Das Kolpingwerk DV Münster betont mit Nachdruck die Dringlichkeit, solche gesamtgesellschaftlichen Aufgaben konsequent und dauerhaft aus Steuermitteln zu finanzieren, anstatt die Beitragszahler einseitig in die Pflicht zu nehmen. Es braucht langfristige Strukturreformen statt kurzfristiger Sparmaßnahmen.

Ein weiterer Brennpunkt der Kritik betrifft die Pflege. Schon heute liegen die Eigenanteile in der stationären Pflege bei weit über 3.000 Euro pro Monat – eine Summe, die viele Pflegebedürftige und ihre Familien an die finanzielle Belastungsgrenze oder darüber hinaus führt.

Anstatt hier für die dringend notwendige Entlastung zu sorgen, plant die Bundesregierung weitere Erschwernisse: So sollen unter anderem die Hürden für die Einstufung in die Pflegegrade erhöht werden. Ein Schritt, der Betroffene im Stich lässt und den das Kolpingwerk zutiefst ablehnt.

Als christlicher Sozialverband steht das Kolpingwerk für Solidarität und soziale Gerechtigkeit. Für uns ist klar: Die Sozialversicherung ist das Fundament unserer sozialen Sicherung in Deutschland. Sie darf nicht ausgehöhlt werden, sondern muss gerade in Krisenzeiten gestärkt werden, um den Menschen Halt und Verlässlichkeit zu garantieren.

Alle Beiträge zu den Reformplänen der Bundesregierung

Das Kolpingwerk DV Münster zu den Reformplänen der Bundesregierung zum Sozialstaat.

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Weichenstellung für die Zukunft

 
 

Vorbereitung auf den Diözesanhauptausschuss am 14. November in Emsdetten

Der diesjährige Diözesanhauptausschuss wirft seine Schatten voraus: Am 14. November 2026 kommen die Delegierten und Engagierten in Emsdetten zusammen, um über wegweisende Themen für unseren Diözesanverband zu beraten und abzustimmen.

Nachdem eine neue Satzung für Kolping Deutschland erfolgreich verabschiedet wurde, richtet der Diözesanvorstand den Blick nun auf die Neugestaltung unserer eigenen Diözesansatzung. Im Mittelpunkt steht dabei eine zentrale Frage: Wie kann und soll die Leitungsstruktur auf Diözesanebene in Zukunft aussehen?

Um diesen Prozess gemeinsam mit den Kolpingsfamilien zu gestalten, hat der Vorstand konkrete Thesen zum Thema „Leitung“ entwickelt. Diese Thesen sollen auf dem Hauptausschuss intensiv mit euch diskutiert werden. Eure Meinung und eure Impulse vor Ort sind hierbei ausdrücklich gefragt!

Neben den strukturellen Fragen möchte der Verband auch inhaltlich neue Akzente setzen. Der Diözesanvorstand wird dem Hauptausschuss daher die Durchführung eines neuen, großen Verbandsprojektes vorschlagen, um gemeinsam sichtbare Zeichen zu setzen und die Gemeinschaft im Diözesanverband weiter zu stärken.

Save the date

Diözesanhauptausschuss

14. November 2026

Emsdetten

 

Weitere Neuigkeiten aus dem Verband

Starkes Signal für Demokratie

Die Materialien unserer aktuellen Mitgliederkampagne werden von den Kolpingsfamilien vor Ort hervorragend angenommen und intensiv nachgefragt. Dieser Erfolg wird fortgesetzt: In Kürze erscheinen zwei weitere, ausdrucksstarke Aufkleber, mit denen wir als Verband klar Position beziehen: „Kolping gegen Nazis“ und „Kolping für Demokratie“.

Zukunftssicherung vor Ort 

Die Begleitung der Kolpingsfamilien bleibt eine Kernaufgabe. Zwei weitere Kolpingsfamilien haben eine „BuB-Beratung“ (Bestandsaufnahme und Perspektivberatung) angefragt, um sich strategisch für die kommenden Jahre aufzustellen. Eure Kolpingsfamilie hat auch Interesse an diesem Angebot? Schreibt gern  Sonja Wilmer-Kausch an.

 
 

Anschrift

Kolpingwerk Diözesanverband
Münster e.V.

Gerlever Weg 1
D-48653 Coesfeld

Kontakt

Telefon: 02541 / 803-01
Telefax: 02541 / 803-415
info@kolping-ms.de
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