02.12.2025
Am 30. Oktober 2025 fand die Delegiertenversammlung der ACA NRW im KönzgenHaus in Haltern am See statt. Neben den üblichen Regularien war ein Schwerpunkt des Abends der Vortrag des, Senior-Professor am Institut für Arbeit und Qualifizierung der Universität Duisburg-Essen, Prof. Dr. Gerhard Bäcker. In seinem Vortrag beleuchtete er die Reformvorhaben der Bundesregierung in der gesetzlichen Kranken-, Pflege- und Rentenversicherung.
In seinen Ausführungen stellte er dar, dass es keine Alternative zum Generationenvertrag gäbe. Wenn man nicht große Teile der Bevölkerung vom allgemeinen Lebensstandard abhängen wolle, müssen auch weiterhin die aktiven Erwerbstätigen für die Rentnergeneration sorgen. Unser solidarisches Sozialversicherungssystem brauche einen hohen Beschäftigungsstand und gute Löhne. Daneben seien die Belastungen von Unternehmen und Arbeitnehmern, gemessen am Bruttoinlandsprodukt, über all die Jahre nicht gestiegen. Die vermeintliche Lösung, die Privatvorsorge zu Lasten des solidarischen Umlagesystems in der Rentenversicherung zu stärken, sei schon mit der Riesterrente gescheitert. Wenn Umlagesysteme angeblich zu teuer sind, treffe dies für die Privatvorsorge des Einzelnen noch mehr zu.
Zur Kranken- und Pflegeversicherung führte Prof. Bäcker aus, dass noch keine erkennbaren Reformen auf den Weg gebracht worden seien. Aber auch hier gelte mit Blick auf die Beitragssätze und Steuerzuschüsse: Eine älter werdende Gesellschaft werde mehr Kosten für Gesundheit und Pflege aufbringen müssen. Er setze zunächst auf mögliche Strukturreformen im System und Kostenbegrenzungen für die Pharmaindustrie, die immer teurere Medikamente ins System bringen.
Prof. Bäcker machte den Anwesenden Mut, auch weiterhin aktiv für die Stärkung der Sozialversicherungssysteme einzutreten. Die Lösung sei nicht der Abbau des Niveaus der sozialen Sicherung, sondern die Stärkung und Funktionsfähigkeit.
Im Anschluss folgten die Berichte: Klaus Arens informierte über die Arbeit des Vorstandes, Wolfgang Kemper über die Bemühungen, Kontakte zu katholischen Jugendverbänden und MAV-Gremien zu knüpfen, um für die Sozialwahl 2029 zu werben. Ein kurzer Film zum „Tag der Selbstverwaltung“ wurde gezeigt und von René Teuber kommentiert. Josef Meiers stellte die Finanzlage vor.
Bei den Wahlen wurden neue Mitglieder für den erweiterten Vorstand bestätigt sowie Birgit Mathiak, Matthias Knauff und Klemens Nolte als Kassenprüfer*innen für zwei Jahre gewählt.
Im Vordergrund der Arbeit des Diözesanfachausschusses I stehen insbesondere die aktuellen und langfristigen ...
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