11.06.2024

Kolping wirkt - Glaube wirkt - Du wirkst!

Unter diesem Motto stand die diesjährige Kolpingwallfahrt am 28. Mai. Schon bei der Begrüßung kündigte das siebenköpfige Vorbereitungsteam an, etwas Neues ausprobieren zu wollen. Und sie seien gespannt auf den Abend, denn erst dann würde sich zeigen, ob das Durchführen des „Neuen“ gelungen sei.


Zwei bzw. vielleicht sogar drei Themen bewegten das Vorbereitungsteam, die sie miteinander verbinden wollten. Zum Einen griffen sie das Motto des Kolpingtages im vergangenen September auf: "KOLPING WIRKT! Dieses Motto erweiterten sie zu “GLAUBEN WIRKT! - DU WIRKST!”


Auch die Entwicklungen der letzten Monate, die an vielen Menschen nicht spurlos vorübergehen, kamen zur Sprache. Da ist das wachsende rechte Gedankengut in unserer Gesellschaft. Als Kolpinggeschwister und Christ:innen haben wir hier eine klare Aussage: NEIN, gegen jede Form von Ausgrenzung und menschenverachtendes Verhalten, wie es einige rechte Politiker:innen wollen. Hier stehen wir eng an der Seite unserer Bischöfe, die sich sehr deutlich gegen die AFD positioniert haben. Menschen mit diesem Gedankengut haben keinen Platz in den Kolpingsfamilien. „Unser aller Engagement gegen Rechts ist gefragt“, so Diözesanseelsorgerin Alexandra Damhus. „Dass es Wirkung zeigt, haben die vielen Demonstrationen Anfang des Jahres gezeigt. Aber dabei darf es nicht bleiben. Deine und meine Stimme ist gefragt, um jederzeit für die Würde eines jeden Menschen einzutreten.“


Auch das dritte Thema, mit dem sich das Team um Alexandra Damhus beschäftigt hat, ist allen bekannt. Nicht nur die Katholik:innenzahlen, sondern auch die der Priester, Diakone und Pastoralreferent:innen werden in den nächsten Jahren deutlich zurückgehen. In fast allen Gemeinden wurden oder werden die Gottesdienstzeiten bereits angepasst. Darüber soll nicht geklagt werden, sondern es sollen die Chancen aufgezeigt werden, die auch in dieser Veränderung liegen.


Konkret hatte das Vorbereitungsteam beschlossen, den Wallfahrtstag nicht mit einer Eucharistiefeier, sondern mit einem Wortgottesdienst mit Kommunion zu beenden. Es war ihnen wichtig, mit allen Teilnehmer:innen diese Form der Gottesdienstfeier wertschätzen zu lernen.

„Neben der Eucharistiefeier gibt es mehrere würdige Gottesdienstformen. Außerdem bietet ein Wortgottesdienst ganz praktisch gedacht viel mehr liturgische Freiheit“, so Alexandra Damhus.


Nach einem gemütlichen Kaffeetrinken im Hotel Winter oder auf den Bänken rund um die Wallfahrtskirche und/oder dem Beten des Kreuzweges wurde uns im anschließenden Wortgottesdienst deutlich, was Beharrlichkeit und Glaube gemeinsam bewirken können.

In der frei erzählten Lesung aus dem Buch Samuel (nach 1 Sam 1,1-20) hörten wir von Hanna, die sich nicht beirren ließ und so betete, wie sie es für richtig hielt.
Oder die namenlose Frau aus dem Matthäusevangelium, sie wandte sich in ihrer Not an Jesus und blieb bei ihrer Bitte, obwohl Jesus sie zunächst schroff abwies. Sie tat alles, damit sich das Leben ihrer Tochter zum Guten wenden konnte

Adolph Kolping war ein überaus engagierter und politischer Mensch, dessen Wirken bis in die heutige Zeit ausstrahlt. Er lebte nach den Worten des Jakobusbriefes. Sein Glaube zeigte sich in seinem Wirken und in seinem Einsatz für die Menschen am Rande der Gesellschaft.
In der Kolpingsfamilie ist es die Gemeinschaft, die das Leben und die Gesellschaft positiv beeinflusst.

Solidarität und soziales Engagement sind ebenso wichtig wie die Verwurzelung im Glauben. Nur so könne man in der Welt nachhaltig wirksam sein. Der Glaube zeigt viele verschiedene Wirkungsweisen - manchmal still und leise, kaum wahrnehmbar und manchmal strotzen Menschen nur so vor Glaubenszuversicht.

Während des Wortgottesdienstes wurde das gefüllte Ziborium zur Kommunion aus dem Tabernakel auf den Altar gestellt und nach dem Lied konnten alle in einem Moment der Stille die Gegenwart Gottes spüren.

Mit folgenden ausdrucksstarken Worten wurden wir verabschiedet:
Alles hat eine Wirkung, auch wenn wir sie nicht sofort sehen oder spüren. Es geht darum, dass alles, wirklich alles, was jede oder jeder von uns sagt oder tut, eine Wirkung hat - ob allein oder in der Gruppe, ob zu Hause oder in der Öffentlichkeit.
Damit Kolping nicht still bleibt, konnte sich jede:r ein kleines Erinnerungsherz mitnehmen.
Am Ende des Tages konnte sich das Vorbereitungsteam sicher sein, dass die Kombination dieser drei Themen rundum gelungen war!

Kolping wirkt - und du auch!


Text und Fotos: Doris Büning

Kolpingwallfahrt 2024

Glaube braucht Gemeinschaft

Unser Glaube braucht
das Zeugnis unserer Hoffnung
im Weitergeben der Frohen Botschaft
durch Worte und Taten
voll Begeisterung und Engagement

Unser Glaube braucht
das Zeugnis der Eltern
weitergegeben an ihre Kinder,
die Glauben lernen müssen
wie Sprechen, Schreiben und Lesen.

Unser Glaube braucht
Geschwisterlichkeit,
gegenseitige Ermutigung,
indem in Zeiten der Dürre
einer des anderen Last trägt.

Unser Glaube braucht
das gemeinsame Mahl,
gemeinsames Singen und Beten,
gemeinsames Bibellesen,
gemeinsame Feste.

Unser Glaube braucht
dich ebenso wie mich.

© Gisela Baltes

 
 

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