07.12.2020

Bildungsgerechtigkeit – jetzt handeln!

Kolpingwerk im Bistum Münster: Tabletts und Laptops den Schulbüchern als kostenfreies Lernmittel gleichsetzen

Mit großer Sorge sieht das Kolpingwerk Diözesanverband (DV) Münster, dass die Corona-Pandemie bestehende Ungerechtigkeiten in der Schulbildungs-Teilhabe noch verstärkt. Trotz aller Bemühungen und gutem Willen: Kinder und Jugendliche aus bildungsfernen und einkommensschwachen Haushalten werden in ihren Bildungschancen benachteiligt, weil sie oftmals keinen Zugang zu digitalen Lernplattformen oder Videokonferenzen haben. „Darauf sollten die Landesregierungen Nordrhein-Westfalen und Niedersachsen sehr kurzfristig und mit Priorität reagieren“, so Harold Ries. Er ist Vorsitzender des Diözesanverbandes Münster, der sich über NRW und Niedersachsen erstreckt. 

Wenngleich der Präsenzunterricht an Schulen oberste Priorität behalten müsse: Als ein Faktor von vielen für gerechte Bildung steht für das Kolpingwerk, dass auch Online-Unterricht für alle gleichwertig verfügbar ist. Darum fordert der DV Münster die unmittelbare und unbürokratische Ausstattung aller Schüler_innen mit Tablets oder Laptops inklusive der benötigten vorinstallierten Software. 

Sie sollten den Schulbüchern gleichgesetzt und als kostenfreies Lernmittel für jede_n Schüler_innen festgeschrieben werden. Die Landesregierung muss nicht nur die technische Ausgestaltung der Schulen gewährleisten. Notwendig sei auch, den nötigen IT-Support sowie qualifiziertes Personal durch umfassende Schulungen aller Lehrenden jederzeit sicherzustellen, damit das Lehrpersonal seinem eigentlichen pädagogischen Lehrauftrag nachkommen kann. 

„Die Landesregierung will durch beste Bildung soziale Nachteile überwinden und Aufstiegschancen für alle eröffnen“, so ist der Webseite des Schulministeriums NRW zu entnehmen. Und weiter: „Motivierte und entsprechend ausgebildete Lehrkräfte, moderne Schulgebäude, digitale Infrastruktur, innovative pädagogische Konzepte.“ Ein vielschichtiger Anspruch, der sich durch die gravierenden Corona-Einschränkungen in akuter Dimension zeige, so das Kolpingwerk. 

Bildungsgerechtigkeit gehört in den Fokus der Schul- und Bildungspolitik

Bildung ist für das Kolpingwerk seit jeher Weg und Ziel zugleich. Der Bildungsgrad einer Gesellschaft stehe in direktem Zusammenhang mit dem Wohlstandsgrad.

Harold Ries. „Gut ausgebildete Menschen sind die Ressource unserer Gesellschaft. Wir können uns nicht erlauben, Kinder zurück zu lassen!“ Daraus folge: „Jedes Kind und jede_r Jugendliche hat ein Recht auf schulische Teilhabe. Darum müssen Bildungsgerechtigkeit und gleiche Bildungschancen für alle Schüler_innen im Fokus der Schul- und Bildungspolitik stehen.“

Das Kolpingwerk sieht bei den Lehrerinnen und Lehrern eine hohe Verantwortung. Harold Ries: „Sie sind nicht nur in diesen herausfordernden Coronazeiten im besten Sinne system-, gesellschafts- und zukunftsrelevant.“ Bei allen Anstrengungen zur Umsetzung der Digitalisierung im Schulsystem muss Beziehungskompetenz und Persönlichkeitsentwicklung der Schüler_innen höchste Priorität haben. „Bildungspolitik verdient als Querschnittspolitik unser gemeinsames Bestreben.“


Text: Rita Kleinschneider

Harold Ries
 
 

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