08.09.2020

Für Mensch und Erde: Kolpingwerk fordert Lieferkettengesetz

Es geht um nicht weniger als die Achtung von Menschenrechten und die Verhinderung von Umweltschäden. Matthias Knauff, Vorsitzender des Diözesanfachausschusses „Internationalität und Eine Welt“ beim Kolpingwerk Diözesanverband Münster, hält die „Initiative Lieferkettengesetz“ für ein gutes Instrument, weiterhin auf die Dringlichkeit aufmerksam zu machen. 

Knauff: „Es wäre ein Markenstein, wenn bis zum Ende des Vorsitzes Deutschlands im Rat der Europäischen Union ein Lieferkettengesetz für Deutschland verbindlich würde. Es könnte als Vorbild mit für alle europäischen Länder gültigen Standards dienen.“ Die freiwillige Selbstverpflichtung seitens einiger global agierenden Produktions- und Industrieunternehmen sei durchaus ein erster Ansatz. Durch ein Gesetz allerdings gäbe es Rechtsverbindlichkeit, Wettbewerbsneutralität könnte gewährleistet, sowie Verstöße von Zulieferern entdeckt und geahndet werden. 

Sonja Wilmer-Kausch verweist auf die teils unmenschlichen Arbeitsbedingungen in den Entwicklungs- und Schwellenländern, „unter denen dort die Menschen unsere Konsumgüter produzieren“. Durch ein Lieferkettengesetz könnten endlich die Unternehmen und Subunternehmen in die Verantwortung genommen werden. „Zusammen mit einer Sensibilisierung der Verbraucher für die Wertigkeit der Produkte müsste es doch möglich sein, von vornherein bei der Gestaltung von Produktionsketten Schäden an Mensch und Natur zu vermeiden.“ 

Der Diözesanfachausschuss mit seinen Sprechern Matthias Knauff und Sonja Wilmer-Kausch hofft, dass die Politiker bis zum Ende der deutschen EU-Ratspräsidentschaft beim Jahreswechsel die Gesetzesbasis dafür geschaffen haben, dass „Kinderarbeit verhindert wird, Sorgfaltspflichten und Arbeitsschutz im gesamten Produktionsprozess gewährleistet sind und Missachtungen nachverfolgt werden können“.

Text: Rita Kleinschneider

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Gut zu wissen

Das Kolpingwerk Diözesanverband Münster gehört zum Kolpingwerk Deutschland. Es ist Teil der „Initiative Lieferkettengesetz“, eines breiten zivilgesellschaftlichen Bündnisses von zahlreichen Menschenrechts-, Entwicklungs- und Umweltorganisationen, Gewerkschaften und kirchlichen Akteuren.

 
 

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