13.06.2020

„Im Gespräch bleiben, im Gespräch sein“

Webinar der „Sofa-Edition“ mit Ulrich Hempel zu „Gesellschaft im Wandel“


Der Slogan war schnell gefunden bei den Überlegungen im Kolping-Bildungswerk, wie in Corona-Zeiten dennoch politische Bildung angeboten werden kann: „Sofa-Edition“! Aus dem lateinischen „editio“ (Herausgabe) abgeleitet und dem gebotenen Sicherheitsabstand gemäß sinngemäß auf’s Sofa verlegt, entwickelten die Bildungsreferenten dieses Webinar als neues Format. 

Spannend war natürlich die erste Edition (Ausgabe). Fazit vorab: Klasse, wie sich die Kolpinger auf diese neue Art des Gedankenaustausches einließen und mit ihren Fragen den Themenabend voranbrachten. 

„Gesellschaft im Wandel – so schnell kann das gehen…!“

Mit diesem Thema machte die Webinar-Reihe der „Sofa-Edition“ am 3. Juni ihren Auftakt zur virtuellen Ausgabe der politischen Bildung. Acht Personen hatten sich nach kurzer Anmeldung und einfachen Klicks zugeschaltet, um mit dem Referenten Ulrich Hempel zu diskutieren. Die eineinhalb Stunden wurden nicht lang, denn der stellvertretende Vorsitzende des CDU Stadtverbandes Recklinghausen und Kolping-Verbandsreferentin Anke Heining brachten aktuelle Themen in die „Sofa-Runde“: Man fragte sich, ob Familien in ihren momentanen Belastungssituationen sich überhaupt noch politisch einbringen und Gehör verschaffen können. Und welchen Stellenwert hat dabei die christliche Politik? 

Gedanken kamen auf, ob sich die eigene Wertevorstellung unter derzeitigen Bedingungen verändert habe. „Das System Familie übernimmt hier eine riesige Last.“ Das gelte auch über die ersten Lockerungen bei Kita und Schule hinaus, „die Welt macht wieder auf – die Kinder bleiben zu Hause.“ Die Stärkung von Ehe und Familie unterteile sich in zwei Lager. Arbeitswelt und Gesellschaft hätten sich konträr entwickelt. „Da muss man hinterfragen, wo und wie wir Familien heutzutage entlasten und unterstützen können.“ Haben wir noch Gestaltungsspielraum in der eigenen Lebens-, Wohn- und Umweltform? 

Erst Schockstarre – dann weitermachen!

Eine regelrechte „Schockstarre“ habe Ulrich Hempel zu Beginn des „Lockdowns“ empfunden. „Ich hätte niemals gedacht, dass ein ganzes Land innerhalb von drei Wochen komplett runtergefahren werden kann.“ Ihm und vielen anderen sei aber schnell klar geworden, dass die politische Arbeit auch vor Ort weitergehen müsse: „Im Gespräch bleiben, im Gespräch sein.“ Die politische Stimmung sei innerhalb von zehn Wochen eine ganz andere geworden. Da stelle sich die Frage neu: „Wie muss Gesellschaft, muss Politik eigentlich aufgestellt sein, damit die Menschen auch in diesen herausfordernden Zeiten noch zufrieden sind?“ Ein Argument: Subsidiäre Strukturen halten uns zusammen. 


Text: Rita Kleinschneider

Foto: pixabay.com
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