14.10.2020

Freiwilligendienste müssen freiwillig bleiben

Kolping DV Münster lehnt verpflichtenden Dienst an der Gemeinschaft ab

Soziales Engagement ist der Kit, der unsere Gesellschaft zusammenhält. Auf vielfältige Art und Weise setzen sich tagtäglich tausende Menschen für ein Miteinander in unserem Land ein. 

Eine besondere Form des gesellschaftlichen Engagements sind Freiwilligendienste. Tausende überwiegend junge Menschen schenken ein Jahr ihrer Zeit in dem sie sich in sozialen Bereichen für andere Menschen engagieren. Sie zeigen so ein konkretes Beispiel der Nächstenliebe. Freiwilligendienste sind auch Lerndienste. Junge Menschen erfahren Orientierung und nutzen das Jahr zur persönlichen Weiterentwicklung. 

Regelmäßig werden politische Forderungen laut, eine allgemeine Dienstpflicht einzuführen. Begründet wird die Forderung oft mit einem Personalmangel im Pflegesektor sowie einer Sorge vor fehlendem gesellschaftlichen Zusammenhalt. Genau das wäre jedoch eine Verzweckung der Idee der Freiwilligendienste. 

Der Diözesanvorstand des Kolpingwerkes Diözesanverband Münster widerspricht jedoch einem verpflichtenden Dienst an der Gemeinschaft. Der Vorstand steht einer Verzweckung der Freiwilligendienste durch die Einführung eines Pflichtdienstes deutlich entgegen und spricht sich für die Beibehaltung der Freiwilligkeit und für eine Stärkung der Freiwilligendienste aus.
Vielmehr würde er die Schaffung eines Rechtsanspruchs auf einen Freiwilligendienstplatz begrüßen.

Zur Begründung

Freiwilligendienste dürfen nicht zu einem arbeitsmarktpolitischen Instrument verkommen. Vorrangig sind sie als Dienst an den jungen Menschen selbst zu sehen.

Nach Ansicht des Diözesanvorstandes ist es maßgeblich, dass dieser aus beiden Perspektiven wertvolle Einsatz auf freiwilliger Basis erfolgt. Nur so kann gewährleistet werden, dass jeder junge Mensch sich in einem Feld engagieren kann, das den persönlichen Begabungen und Interessen entspricht. So kann das Jahr zur persönlichen Weiterentwicklung und Orientierung genutzt werden. 

Ein Pflichtdienst zur Förderung des gesellschaftlichen Zusammenhalts kann nicht allein der jüngeren Generation auferlegt werden, sondern ist eine Aufgabe, der sich alle Altersgruppen der Bevölkerungsgruppen gleichermaßen widmen müssen. Vielmehr würde eine Verpflichtung junger Menschen sich im sozialen Bereich zu engagieren, einen Konflikt zwischen den Generationen verstärken.

Text: Vorstand des Kolpingwerkes DV Münster / rk

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