16.01.2024
Zu Beginn gleich ein Abschied: Nach zehn Jahren „Steindorf kocht…“ bei Kolping endet nun die Trägerschaft des Kolping-Bildungswerkes, das seine politische Bildungsarbeit mit neuen Schwerpunkten ausrichten wird.
Politisch interessante Themen, eine Prise private Einblicke, spannende Antworten auf Publikumsfragen, garniert mit den Gaumenkreationen eines vom Moderator und dem politischen Gast zubereiteten Fünf-Gänge-Menüs: Ralf Steindorf erinnert an die vielen Talkgäste. Zwei- bis dreimal jährlich ließen sich Kommunal-, Landes- und Bundespolitiker, Kirchenvertreter, Regierungspräsidentin, Polizeibeamte u. v. m. „in die Töpfe gucken“. Den Auftakt hatte Karl Schiewerling (MdB, ✝ 2021) gemacht.
Auch am letzten Abend bei Kolping wurde es spannend: MdB Sepp Müller und MdL Wilhelm Korth standen Rede und Antwort. Aufgrund von Renovierungsarbeiten bei Stall Treffpunkt Küche diesmal im Mehrzweckraum der Stadtwerke Coesfeld. Beide Berufspolitiker vertreten die ländlichen Regionen, der eine in Ostdeutschland, der andere im Münsterland.
Während die „Hilfsköche“ fleißig zu Werke gingen, um mit Ralf Steindorf kulinarische „5-Gänge-Highlights“ für die gut 30 Gäste vorzubereiten, hatte Kolping-Moderator Sebastian Kavermann Themenblöcke vorbereitet: Nach der Vorstellung zum Werdegang, Hobbies und Schwerpunkte ihrer politischen Arbeit kam mit Fragen zur Energiewende, Verkehr und Klima, zu Europa, Bildung, ländlicher Region, Wohnungsmarkt, Demokratie und Außenpolitik schwerere Kost „auf den Küchentisch“. Zwischendurch der humorige Schubs von Ralf Steindorf: „Wann wollt ihr fertig werden?“ Konter von Wilhelm Korth: „Du willst doch abnehmen, Ralf!“
Sepp Müller, seit 2007 als 18-Jähriger im heimischen Kreistag, ist froh, als Bundespolitiker Kreistag und Stadtrat als Rückkopplung zu haben. „Kommunalpolitik ist sichtbare Demokratie.“ Auch Wilhelm Korth vertritt „mit ganzem Herzen die Menschen in unserer Region“.
Im Rentensystem laufe einiges nicht wirklich gut, so Wilhelm Korth. „Das Thema wird durch uns zu wenig beackert, da sollten wir mehr tun.“ Und zur Bürgerversicherung: „Wenn wir eine Solidargemeinschaft sind, sollte auch jeder einzahlen.
Zur Energiewende: „95 Prozent der Anlagen für regenerative Energie produzieren bei uns in Ostdeutschland“, informiert Sepp Müller. Dennoch sollten einige Atomkraftwerke aus CO2 – Gründen gehalten werden. „Wir kaufen doch den Atomstrom aus dem europäischen Ausland.“
Zur Europawahl befürchtet Sepp Müller einen starken Rechtsruck. Man müsse viel mehr in die Köpfe der jungen Menschen investieren. Wahrscheinlich werde Europa immer mehr zur Festung werden. „Migration braucht andere Antworten. Auf die Frage einer Vision von Europa in 50 Jahren antwortet Wilhelm Korth: „Wir benötigen eine gemeinsame Verteidigungsstrategie.“
Zur Bildung: Beide Politiker zeigten sich geschockt von den Ergebnissen der PISA Schulleistungsstudie der OECD. Auch die Schulabbrecher-Quote sei zu hoch. Um alle mitzunehmen, sollte man mehr in Praxisanteile investieren. Bei der Digitalisierung in den Schulen müssten die Lehrer mehr auf die Software geschult werden. „Junge Leute haben einen deutlichen Vorsprung. Wir sollten mehr partizipieren.“
Zum Abschluss des kulinarischen Polit-Abends lud Sepp Müller in seine Heimatstadt Wittenberg ein, „damit sich Ost und West noch besser kennenlernen“. Auch Wilhelm Korth hatte der Kochabend gefallen. „Man sollte sich viel öfter auch über Politik ganz zwanglos unterhalten.“ Ralf Steindorf. „Und das haben wir heute prima geschafft.“
Das Evangelische Erwachsenenbildungswerk wird diese etablierte Reihe fortsetzen.
Text und Fotos: Rita Kleinschneider
Kolping-Bildungswerk Diözesanverband
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