Gebetswoche für die Einheit der Christen

Vom 18. bis 25. Januar findet weltweit die Gebetswoche für die Einheit der Christen statt. Die Ökumene-Woche 2011 wurde von palästinensischen Christen vorbereitet. Sie wählten als Thema Apg 2, 42: „Sie hielten an der Lehre der Apostel fest und an der Gemeinschaft, am Brechen des Brotes und an den Gebeten.“

Dieses Thema ist ein Ruf zurück zu den Ursprüngen der ersten Kirche in Jerusalem. Es ist ein Ruf nach Begeisterung und Erneuerung, eine Rückkehr zu den unverzichtbaren Bestandteilen des Glaubens. Es ist eine Aufforderung, sich an die Zeit zu erinnern, als die Kirche noch eine Einheit war.

Apg 2, 42 bekennt vier Kennzeichen der ersten christlichen Gemeinde, die für jede christliche Gemeinde und Kirche unverzichtbar sind:

  • das Festhalten an der Lehre der Apostel
  • die Gemeinschaft
  • das Brechen des Brotes
  • und das Gebet.

Die ersten Christen in Jerusalem hatten mit inneren und äußeren Schwierigkeiten zu kämpfen. Was sie jedoch stark gemacht hat und geeint, war das Festhalten an eben diesen vier Elementen der Einheit.

Wie gefährdet und zerbrechlich diese Einheit im Glauben ist, zeigen nicht nur die großen Trennungen vor 1000 oder vor 500 Jahren!

Schon der Apostel Paulus muss wahrnehmen, dass es in der noch jungen Gemeinde von Korinth zu Spannungen und Spaltungen gekommen ist. Eindringlich schreibt er in seinem Brief:

„Ich ermahne euch, im Namen Jesu Christi, unseres Herrn: Seid alle einmütig, und duldet keinen Spaltung unter euch; …“ und er stellt die bedrängende Frage: „Ist Christus denn zerteilt?“ (1 Kor 1, 10ff)

Wie kann die Welt an Christus – den einen Christus – glauben, wenn seine Jünger so zerstritten sind?

Diese Sorge bewegte schon unseren Herrn Jesus Christus selbst, und er trug sie im Gebet an den Vater: „Alle sollen eins sein: Wie du, Vater in mir bist und ich in dir bin, sollen auch sie in uns sein, damit die Welt glaubt, dass du mich gesandt hast.“ (Joh 17, 21)

Jesus weiß, dass man diese Einheit nicht einfach machen kann, nicht durch kluge Worte oder Appelle, schon gar nicht durch faule Kompromisse oder finstere Drohungen.

Echte Einheit ist nur im Gebet und in der ehrlichen Nachfolge zu gewinnen!

Der Leitgedanke der diesjährigen Gebetswoche für die Einheit der Christen sei uns dabei Mahnung und Zuspruch zugleich: „Sie hielten an der Lehre der Apostel fest und an der Gemeinschaft, am Brechen des Brotes und an den Gebeten.“

Auf dem Weg zur Einheit gibt es schon viele Schritte, die wir gehen können! Daher gilt mein Dank all denen, die über die Konfessionsgrenzen hinweg, sich zum gemeinsamen Gebet versammeln, das Wort Gottes miteinander teilen. Ein wunderbares Zeichen der Ökumene ist das gemeinsame Engagement katholischer und evangelischer Christen in der Notfallseelsorge!

Beten wir mit einem Ökumenegebet von Bischöfin Maria Jepsen und Erzbischof Werner Thissen für die Einheit im Glauben:

„Wir denken an die Brüder und Schwestern in unseren evangelischen/ katholischen/ orthodoxen Nachbargemeinden und in der Gemeinschaft der ganzen Christenheit.
Gott, lass uns erfahren, dass wir zusammengehören:
In Gebet und Fürbitte,
in Leben und Dienst,
in Freude und Leid.
Du führst deine Kirche auf ihrem Weg durch die Zeit.
Dir sei Lob und Ehre jetzt und in Ewigkeit. Amen“

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