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Kompetenzen klären für die Karriere

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„Wir sind keine Lehrer, und es geht hier nicht um Noten.“ Annika von Haaren liegt viel daran, den Schülern beim Kompetenzcheck deutlich zu machen: Nicht Schwächen, sondern Stärken sollen die von ihr und ihren Kollegen vorgegebenen Prüfungen und Übungen klären.
Viel Kompetenz im Künstlerdorf (v.li.): Josef Vortmann, Lydia Tieke-Schüler, Josef Artmann, Annika von Haaren, Ewald Presl, Heinz Cappenberg Viel Kompetenz im Künstlerdorf (v.li.): Josef Vortmann, Lydia Tieke-Schüler, Josef Artmann, Annika von Haaren, Ewald Presl, Heinz Cappenberg

Zwei Tage lang dauert der Kompetenzcheck, den das Kolping-Bildungswerk im Diözesanverband Münster mit Hauptschülern durchführt. Jeweils sechs Stunden lang stellen sich die Neuntklässler dabei Wissensfragen, aber auch Gruppenübungen und Einzelinterviews. Ziel ist es, Neigungen, Stärken und Berufswünsche deutlich werden zu lassen, damit der Einstieg ins Berufsleben leichter fällt.

Im Künstlerdorf Schöppingen stellten sich jüngst die 9a und die 9b der Kardinal-von-Galen-Hauptschule dem komplexen Programm. „Die Schüler werden sehr gefordert“, weiß Rektorin Lydia Tieke-Schüler. „Aber sie empfinden das Ganze auch als hilfreich.“ Sie hält die 2004 vom Land NRW mit Mitteln aus dem Europäischen Sozialfonds sowie Landesbildungs- und Arbeitsetat gestartete Maßnahme für wichtig. Diese trage dazu bei, die Abbrecherquote in der Berufsausbildung zu senken.

Der Aufwand ist nicht eben gering: Je drei pädagogische Mitarbeiter betreuen Gruppen von zehn Schülern, Einzelinterviews und Auswertung sind zeitaufwendig. 220 Euro kostet der Kompetenzcheck pro Schüler – gut angelegtes Geld, findet Josef Vortmann, Prokurist beim Kolping-Bildungswerk. Ende 2006 jedoch wurden die Landesmittel für das Programm eingestellt. Da hatten die Schöppinger – wie andere Schulen – bereits Bedarf angemeldet. „Wir haben monatelang gebraucht, um zu sehen, wie wir die Finanzierung auf die Beine stellen können“, erklärt Vortmann. Über ein Sonderprogramm des Landschaftsverbands Westfalen-Lippe und eine Kolping-Stiftung konnte die Fortführung des Programms für 2007 realisiert werden. Dass die Schöppinger Schüler nun noch davon profitieren, verdanken sie aber auch Heinz Cappenberg von der Kolpingsfamilie. „Er hat hartnäckig immer wieder nachgefragt“, lacht Vortmann.

Jeder Schüler erhält nach Abschluss des Kompetenzchecks eine mehrseitige Auswertung mit individuellem Profil und Empfehlungen für den weiteren Werdegang. Vortmann: „Ich kenne Schüler, die das ihren Bewerbungsunterlagen beilegen.“

Cappenberg ist voll des Dankes: dem Bildungswerk als Träger, dem Künstlerdorf für die Räume und allen anderen, die sich mit ihm seit 2002 für den Berufseinstieg junger Schöppinger stark machen – nicht zuletzt den Lehrern, die ehrenamtlich Förderunterricht erteilen und den Unternehmern, die in der Schule über Ausbildungswege berichten. Ob der Kompetenzcheck 2008 weitergeführt wird, ist noch offen, aber Vortmann betont: „Wir würden gerne weitermachen.“

Text und Foto: Christiane Nitsche,
veröffentlicht in WN, Schöppingen, am 15. 12. 2007
Created by ar
Last modified 2007-12-20 08:12
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