Senioren wünschen sich Langeweile
Vormittags stand unter der Leitung von Franzis Schulze und Rita Wirtz-Dufhues das dritte Lebensalter im Mittelpunkt. Dort suchten die Teilnehmerinnen und Teilnehmer nach den Schätzen, die sie mit den in dieser Lebensphase reichlich vorhandenen Ressourcen ausgraben und wie Diamanten zum Leuchten bringen wollen. In lebhaftem Gespräch kamen viele Dinge zur Sprache die das Leben der Teilnehmer bereits erfüllen. Zum Teil gingen sie dabei aber auch mit sehr konkreten Plänen nach Hause: Ab morgen will sie einen Rosengarten anlegen oder er das Leben spontaner leben. Manchmal sind die Schätze, die darauf warten, ausgegraben zu werden, so vielfältig dass der Wunsch einer Teilnehmerin: „Manchmal wünsche ich mir einfach mal etwas Langeweile.“ auf breite Zustimmung stieß. Dabei waren sich alle einige: In diesem Lebensalter fühlen sie sich nicht alt, sondern jung – oder besser: sehr lebendig. Nach dem Mittagessen wurde es nachdenklicher, als die Frage im Raum stand: Wie können wir uns auf das vierte Lebensalter einstellen, wenn vielerlei Einschränkungen das Leben schwer machen? In einem eindrucksvollen Referat wies Franzis Schulze eindringlich darauf hin, wie wichtig es ist, sich schon frühzeitig damit zu beschäftigen, wo und mit wem man später leben will, wenn man auf Hilfe angewiesen ist. Wovon, also von welchem Geld, mit wessen Beistand und aus was für Kraftquellen heraus soll das Leben gestaltet werden. Und – ganz wesentlich: „Wofür will ich leben – und so lange leben?“ Fragen, die ganz individuelle Antworten erfordern, die aber auch danach rufen, in Gruppen, Gemeinden, Kolpingsfamilien thematisiert zu werden. Zufrieden und voller anregender Impulse machten sich die Teilnehmer wieder auf den Heimweg oder nutzten das sonnige Wetter noch zu einem Ausflug in Münsters Innenstadt.
