Gutscheine für Kinder und Jugendliche sind keine Lösung
Das Kolpingwerk Diözesanverband Münster unterstützt die Forderungen des Vorsitzenden der Deutschen Bischofskonferenz Erzbischof Zollitsch nach höheren Regelsätzen im SGB II sowie den Verzicht auf die aktuell von Bundessozialministerin von der Leyen vorgeschlagenen Gutscheine für Kinder und Jugendliche.
Erzbischof Zollitsch hatte die Anhebung der Sozialleistungen gefordert: „Hierzu ist eine Anhebung des Regelsatzes ein wichtiger Schritt. Wir haben eine Verpflichtung, uns für ein menschenwürdiges Leben einzusetzen. Ich warne vor sozialem Kahlschlag und fordere soziale Ausgewogenheit“, so Erzbischof Zollitsch gegenüber dem in Hamburg erscheinenden Abendblatt.
„Wir unterstützen die Forderung des Vorsitzenden unserer Bischofskonferenz voll und ganz“ so Johannes Norpoth, Diözesansekretär des Kolpingwerkes im Bistum Münster. Das Kolpingwerk habe als katholischer Sozialverband die Aufgabe und Verpflichtung, an einer menschenwürdigen Gesellschaft mitzuwirken. „Und dazu gehört nun mal zwingend, dass der Staat allen Menschen einen uneingeschränkten Zugang zur gesellschaftlichen Teilhabe über die Absicherung des Existenzminimums ermöglicht“, so der Münsteraner Diözesansekretär.
„Wir begrüßen aber auch die Absicht der Bundesregierung, Kindern und Jugendlichen aus von Langzeitarbeitslosigkeit betroffenen Familien verstärkt Zugang zu Einrichtungen der sozialen Teilhabe zu ermöglichen“, so Benedikt Vollmer, Mitglied der Diözesanleitung der in der Kolpingjugend im Kolpingwerk Münster organisierten 7.000 jungen Menschen. „Wir glauben aber nicht, dass dieses Ziel mit der Ausgabe von Gutscheinen erreicht werden kann. Wir hielten einen gezielten Ausbau und die langfristige Absicherung von Bildungs- und Sozialangeboten für Kinder und Jugendliche, wie sie beispielsweise durch die Kolpingjugend oder andere Jugendverbände seit vielen Jahrzehnten erfolgreich erbracht werden, für pädagogisch und wirtschaftlich sinnvoller“ kritisiert Vollmer die Gutschein-Variante von Bundessozialministerin von der Leyen.
