Das ist so, als wenn ich meine Zähne nicht putzen würde!
„Nicht Wählen gehen ist so, als wenn ich meine Zähne nicht putzen würde. Und was ist die Folge: Genau, die Zähne werden braun!“. Dieses Zitat einer unbekannten Jungwählerin aus einem nordrhein-westfälischen Gymnasium beschreibt sehr treffend eine der Auswirkungen sinkender Wahlbeteiligungen: Die zunehmende Bedeutung radikaler Gruppierungen, die es gilt durch die eigene Beteiligung an der Landtagswahl am 9. Mai zu verhindern.
„Wahlrecht bedeutet doch auch immer Wahlpflicht,“ so Johannes Norpoth, Diözesansekretär des Kolpingwerk Diözesanverband Münster. „Das Kolpingwerk fordert daher alle seine Mitglieder auf, am kommenden Sonntag an der Wahlurne ihren Beitrag für eine lebendige Demokratie zu leisten. Gerade die rechtspopulistischen Parteien betreiben eine Politik, die Fremde und Minderheiten ausgrenzt. Die also ein gesellschaftliches Klima erzeugen, das keineswegs mit den Grundprinzipien und Werten unseres Verbandes in Einklang zu bringen ist.“
Aber auch in Anbetracht der derzeitigen grundsätzlichen Probleme ist Einmischung und politische Willensbildung wichtiger denn je. Norpoth verweist insbesondere auf die vom nordrhein-westfälischen Kolpingwerk verabschiedeten Forderungen an die zukünftige Landesregierung. „Auf die zukünftige Landesregierung warten große Herausforderungen, wie etwa in der Bildungs-, Familien sowie Kinder- und Jugendpolitik. Wer bei diesen wichtigen Themen Entscheidungen herbeiführen will, muss auch die Politik mit einer breiten Unterstützung austatten,“ so der Münsteraner Diözesansekretär Norpoth weiter. Selbst Kolping forderte schon zu seinen Lebzeiten engagierte Christen in der Gesellschaft: „Jeder Bürger des Staates soll, soviel in seinen Kräften steht, mithelfen, dass Ordnung, Recht und Gesetz mit Freuden gehandhabt wird, das Gute Raum, Luft und Licht empfange und das Böse und Nachteilige keine bleibende Stätte finde.“
