Sessellifte: 7% MwSt.! - Kindersitze 19% MwSt.?
Zum 01.01.2007 wurde der allgemeine Mehrwertsteuersatz in Deutschland auf 19 % erhöht. Davon sind insbesondere Familien betroffen, da sie einen vergleichsweise hohen Anteil ihres Einkommens für Verbrauchsgüter ausgeben müssen, die nicht dem reduzierten Mehrwertsteuersatz von 7 % unterliegen. Dazu gehören zum Beispiel Kindersitze, Babykleidung, Windeln, Hochstühle, Wickelkommoden, Kinderwagen, Babyphone und Schnuller. Der Rat der Europäischen Union räumt den Mitgliedsstaaten im Rahmen der Mehrwertsteuer-Richtlinie die Möglichkeit ein, auf bestimmte Produkte und Dienstleistungen ermäßigte Steuersätze anzuwenden.
Gerechtigkeit im Alpen-Tourismus
Zum 01.01.2008 ist so der Betrieb von Bergbahnen und Sesselliften von der Bundesregierung auf den Mehrwertsteuersatz von 7 % reduziert worden. Dies soll für mehr Gerechtigkeit im Alpen-Tourismus sorgen, insbesondere in grenznahen Regionen.
Doch: Wo bleibt die Gerechtigkeit für Familien?
Die Reduzierung der Mehrwertsteuer auf Produkte und Dienstleistungen für Kinder ist eine Möglichkeit, die finanzielle Belastung der Familien erheblich zu reduzieren. Sie ist notwendig, um die strukturelle Benachteiligung von Familien abzubauen. In Spanien, Portugal, Luxemburg, Frankreich, den Niederlanden, Polen und Irland sind Produkte für Kinder in der Mehrwertsteuer reduziert. Warum nicht in Deutschland?
Die Arbeitsgemeinschaft der deutschen Familienorganisationen, der das Kolpingwerk als Mitglied des Familienbundes der Katholiken angehört, fordert deshalb von der Bundesregierung: Reduzierung der Mehrwertsteuer auf Produkte und Dienstleistungen für Kinder auf 7%!
Das Kolpingwerk Diözesanverband Münster unterstützt die Postkarten-Aktion der Familienverbände, die seit einigen Wochen läuft. Bis zur Bundestagswahl können alle, die das Anliegen unterstützen, eine entsprechende Postkarte an Peer Steinbrück senden. Postkarten können im Diözesansekretatriat bestellt werden bei: Hildegard Wübbeling, 02541/803-443, wuebbeling (at) kolping-ms.de
Hintergrundinformationen gibt es bei der Arbeitsgemeinschaft der deutschen Familienorganisationen e.V. unter www.ag-familie.de
