Nicht-Wählen stärkt die Falschen
Das bereits auf der Diözesanversammlung des BDKJ Diözese Münster verabschiedete inhaltliche Positionspapier mit dem Titel „Nichtwählen stärkt die Falschen“ wird von der Kolpingjugend Diözesanverband Münster ausdrücklich unterstützt und soll nachhaltigen Eingang in die inhaltliche Arbeit und den Dialog des Verbandes mit seiner Basis finden. Dazu rufen die Verantwortlichen der Kolpingjugend auf Diözesanebene die Leitungskräfte der Bundesebene auf. Während der Diözesankonferenz in Münster wurde ein entsprechender Antrag einstimmig angenommen. „Es geht uns darum, das Papier zu nutzen und die junge Wählerschaft innerhalb unseres Verbandes aufzurütteln und für die bevorstehenden Ereignisse im Superwahljahr zu sensibilisieren“, erklärte Kolpingjugend-Diözesanleiterin Sandra Neitemeier. Der Kolpingjugend gehören im gesamten Bereich des Bistums Münster etwa 7000 Mitglieder an.
Die Diözesanleiter machten ohne Umschweife deutlich, dass man angesichts mancher gesellschaftlicher Entwicklungen derzeit mit Sorge den Wahlen entgegen sehen müsse. Insbesondere die Studie des Forschungsprojektes „Jugendliche in Deutschland als Täter und Opfer von Gewalt“ mache deutlich, dass mit Blick auf das Gedankengut junger Menschen in einem von wirtschaftlichen Krisen geschüttelten Deutschland ein erheblicher Handlungsbedarf bestehe. Nach der Studie des Kriminologischen Instituts Niedersachsens und des Bundesinnenministeriums sind rechtsextreme Gruppierungen inzwischen wesentlich erfolgreicher bei der Anwerbung und Mobilisierung Jugendlicher als die demokratisch strukturierten und orientierten Jugendverbände.
„Wir möchten aus unserer Position aufstehen, um unseren Jugendlichen zu vermitteln, dass der dreimalige Gang zur Wahlurne in diesem Jahr nicht gesellschaftliche Pflichterfüllung sein muss, sondern vielmehr gesellschaftliche Teilhabechancen bietet“, formulierten die Mitglieder während der Konferenz ihr Credo.
Ein Appell an die Bundesleitung der Kolpingjugend Deutschland soll verdeutlichen, dass die Frage nach der Partizipation insbesondere im Jahr 2009 alle Ebenen unmittelbar betrifft. Sowohl die Europa- als auch die Kommunal- und zu guter Letzt die Bundestagswahl seien wichtige Wendepunkte, die eine Weichenstellung in der deutschen Politik bedeuten könnten. Hier gelte es, Farbe zu bekennen.
Als katholischer Jugendverband mit sozialem Hintergrund, der bis in die Verbandsursprünge hineinreicht, ermuntert die Kolpingjugend neben den eigenen Mitgliedern auch alle anderen Jugendlichen und jungen Menschen in der Bundesrepublik, insbesondere die Erstwähler, von der eigenen Stimme Gebrauch zu machen. Schließlich seien die demokratischen Grundprinzipien Deutschlands ein hart erkämpftes Gut.
