Ein voll besetzter Dom ist die beste Predigt
Bischof Dr. Felix Genn und Kolping-Bundespräses Ottmar Dillenburg haben dem Kolpingwerk im Bistum Münster zu seinem 150-jährigen Bestehen gratuliert. Der Verband feierte das Jubiläum mit einem Familienfest rund um die Aegidiikirche und den Adolph-Kolping-Platz in Münster. Eröffnet wurde das Fest mit einem feierlichen Pontifikalamt im Paulusdom.
„Eigentlich sind Sie die beste Predigt, die wir heute hören können“, richtete sich Bischof Genn ganz zu Beginn seiner Ansprache an die rund 2.000 Kolpingbrüder und Kolpingschwestern im voll besetzten Dom. „Sie predigen durch Ihr Dasein.“ Adolph Kolping habe darauf gesetzt, dass die Treue zu seinem Auftrag Frucht bringe. „Dabei konnte er aber nicht ahnen“, fügte Genn hinzu, „dass 150 Jahre später der Dom zu Münster so voll sein würde und dass sein Samenkorn weltweit so reiche Frucht bringt.“ Mitunter vermittelten die Menschen den Eindruck, mit der Kirche ginge es abwärts. Wenn er aber daran denke, was alleine in 150 Jahren des Bestehens des Kolpingwerks im Bistum Münster aus dem „kleinen Samenkorn“ einzelner Personen und einzelner Familien, dann könne man dies so nicht sagen. Er appellierte an die Mitglieder des Verbands, in ihrer Arbeit nicht nachzulassen und dem Wort Gottes in den Gruppen und Kolpingsfamilien immer wieder Raum zu geben. „Dann bekommen Sie selbst Kraft und werden ermutigt, als Glaubende Ihren Weg zu gehen“, sagte Genn, dem die zahlreichen Gottesdienstbesucher am Ende seiner Predigt Applaus spendeten.
Festvortrag Bundespräses Kolpingwerk Deutschland
Der Bundespräses des Kolpingwerkes Deutschland, Ottmar Dillenburg, ging in seinem Festvortrag auf den Jahrzehnte alten Gruß der Kolpingsfamilien „Treu Kolping!“ ein. Dieser sei eine Kurzaussage über das Programm des Verbandes, der sich vom traditionellen katholischen Gesellenverein zum modernen, weltweit tätigen Sozialverband gewandelt habe, so Dillenburg. Dem Kolpingwerk sei es gelungen, nicht nur an althergebrachtem Guten festzuhalten, sondern auch dem vielfältigen Wandel des Lebens in all seinen Bereichen Rechnung zu tragen. Schon Adolph Kolping habe darauf hingewiesen, dass es wichtig sei, sich an den aktuellen Fragen und Herausforderungen der Zeit zu orientieren. „Das erfordert wache Augen, ein waches Herz und einen wachen Verstand“, erklärte Dillenburg. Die Idee und das Wirken Kolpings seien von einer zeitlosen Aktualität geprägt. Er selbst habe zu seiner Zeit genau das ihm Mögliche getan. Damit sei er ein Vorbild „das Unsrige heute zu tun, nicht mehr, aber auch nicht weniger“. Traditionsbewusstsein und Fortschrittswille seien ein Schlüssel zum Erfolg für das Kolpingwerk, erklärte Dillenburg, vor allem aber, dass viele Männer und Frauen in den zurückliegenden Jahrzehnten den Verband jeweils aktuell gehalten hätten.
