"Rechts in die Sackgasse-Wendemöglichkeiten vorhanden!?"
„Rechts in die Sackgasse-Wendemöglichkeiten vorhanden?“ so lautet das aktuelle Thema des Kolpingwerkes im Rahmen der 11.Oldenburger Gespräche. Im Kolpinghaus Dinklage konnte Thorsten Siefert vom Kolping-Landesvorstand hierzu rund 70 Zuhörer begrüßen.
Als Moderator wies Jugendpfarrer Heiner Zumdohme aus Garrel zunächst auf das Projekt „Würdenträger“ hin, in dessen Rahmen sich auch diese Informationsveranstaltung bewegte. Die Kirche und kirchliche Verbände – wie das Kolpingwerk –müssten sich immer mehr mit diesem Thema auseinandersetzen.
Als Aussteiger aus der rechten Szene wies Manuel Bauer aus Badenweiler (EXIT Deutschland) auf die Beweggründe des Rechtsextremismus hin: Kämpfe gegen Demokratie und Kapitalismus stehen neben der Verleugnung der deutschen Geschichte im Vordergrund deren Kämpfe.
Dass der Rechtsextremismus sich in den einzelnen Bundesländern sehr unterschiedlich darstellt, untermauerte Wolfgang Freter vom niedersächsischen Innenministerium. „ Dieser ist nicht nur ein deutsches Problem, sondern verfügt europa- und weltweit über ein gut ausgebautes Netzwerk.“
Für den Verein „ContRa e.V.“ wies Sebastian Ramnitz darauf hin, dass Rechtsradikale in allen Alters- und Bevölkerungsschichten zu finden sind. Die Bedingungen für den Einstieg in die rechte Szene seien häufig in einem nicht funktionierenden Umfeld zu finden. „Die im eigenen Haus, in der Schule oder in der Clique erlebte Abwertung eines Einzelnen kann in den rechtsradikalen Gruppen wieder aufgefangen werden“, bestätigte Manuel Bauer, der durch ähnliche Umstände seinerzeit zu den Rechtsradikalen gestoßen war.
Auf die regelmäßig im ganzen Bundesland stattfindenden Ausstellungen oder Informationsveranstaltungen wies Wolfgang Freter vom Innenministerium hin. Diese Angebote sollte man nutzen, um frühzeitig Gefahren zu erkennen. Gleichzeitig gab er auch zu verstehen, dass gerade bei dem Thema „Rechtsradikalismus“ noch eine Grenze zwischen Ost und West existiere. „Zum Glück haben wir hier keine Hochburgen wie sie in Sachsen oder Mecklenburg-Vorpommern zu finden sind“.
Mit einem Rollenspiel der Kolpingjugend war die Informationsveranstaltung eröffnet worden. Hier sollte durch bewusst gespielte Umgangsformen und populistischer Sprache der Blick für die Zuhörer geschärft. Damit sollte auch der nicht zu leugnende Zusammenhang zwischen Vorurteilen und Rassismus dargestellt werden.
In einem waren sich dann auch alle Podiumsteilnehmer einig: Nur eine verstärkte Prävention und Aufklärungsarbeit sind richtige Maßnahmen, damit kein Nährboden für rechtsradikales Gedankengut gefunden wird.
Mit gutem Beispiel ging die Schulklasse 10 der Dinklager Realschule voran, die mit ihrer Klassenlehrerin Bianca Blömer diese Kolping-Veranstaltung besuchte und das Thema in den nächsten Unterrichtsstunden in der Schule weiter behandeln wird.
